Tag 15 – Vienna is calling

Donnerstag, 23.07.2026

Heute hole ich Brötchen bei Billa – wir standen die Nacht gegenüber auf einem privaten Stellplatz. Nach unserem Frühstück geht es gegen 11 Uhr zur U-Bahn, die uns in die Stadt bringt.

Die Wolken sind schon dunkel, und wir kommen kurz vor einem Riesenschauer bei Nieselregen an der Station an. Aufgrund des Wetters entscheiden wir uns, zuerst ins Haus des Meeres zu gehen.

Diesmal wollen wir keine klassische Stadtbesichtigung machen – das hatten wir gestern, und die Stimmung stand nicht danach, noch eine Stadt zu besichtigen – Paula ist jetzt auch erkältet.

Das Haus des Meeres ist in einem ehemaligen Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg untergebracht, der zwischen 1943 und 1944 als Luftabwehrturm errichtet wurde und nach dem Krieg zunächst als Nothotel diente. Seit 1957 beherbergt er ein Aqua-Terra-Zoo mit über 10.000 Tieren auf elf Stockwerken, darunter Haie, Rochen, Meeresschildkröten und Krokodile, und gilt heute als eines der beliebtesten Ausflugsziele Wiens.

Wir sind aber nicht so recht begeistert. Vielleicht liegt es daran, dass wir schon einige Aquarien gesehen haben, es im Haus sehr warm ist und es kein richtiges System zum Ablaufen gibt, oder auch an etwas ganz anderem.

Anschließend geht es gleich nebenan ins Retro Gaming Museum, das seit 2023 in einem ehemaligen Luftschutzbunker unter dem Esterházypark untergebracht ist – zuvor befand sich hier übrigens ein Foltermuseum. Über 1.000 Originalexponate erzählen hier die rund 50-jährige Geschichte der Videospiele, von frühen Heimcomputern über Konsolen bis zu Arcade-Automaten, und mehr als 30 davon dürfen die Besucher selbst ausprobieren.

Es gefällt uns außerordentlich gut, und es fällt uns schwer zu gehen.

Wir wollen aber noch in die Katakomben unter dem Stephansdom, was sich als sehr gute Entscheidung erweist – so etwas haben wir noch nicht gemacht. Herzog Rudolf IV. ließ die unterirdischen Gewölbe bereits 1363 als Grabstätte anlegen, bis 1783 wurden hier rund 11.000 Wiener und Wienerinnen bestattet, bevor Bestattungen innerhalb der Stadtgrenzen verboten wurden. In der Herzogsgruft stehen bis heute die Beingefäße der ersten österreichischen Herrscher sowie Urnen mit den Eingeweiden und Herzen zahlreicher Habsburger. Die halbstündige Führung durch die niedrigen, dunklen Gänge, vorbei an Gebeinen, Schädeln und ganzen Massengräbern hinter Gittern, ist außergewöhnlich und wirklich beeindruckend.


Zum Abschluss stärken wir uns noch auf dem Naschmarkt. Wiens größter und bekanntester Markt geht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als hier zunächst hauptsächlich Milch gehandelt wurde; die bis heute erhaltenen, unter Denkmalschutz stehenden Marktstände entstanden zwischen 1910 und 1916 über dem eingewölbten Wienfluss. Mit mehr als 170 Ständen, Geschäften und Lokalen reicht das Angebot heute von Obst und Gemüse bis zu Gastronomie aus aller Welt.

Danach kehren wir zurück zum Wohnmobil und setzen die Fahrt Richtung Heimat fort. Gegen 21:15 Uhr kommen wir auf einem Parkplatz am Freibad der Stadt Neumarkt an der Ybbs an.