Samstag, 18.07.2026

Unser Ziel heute ist die Bergspitze Veľká Svišťovka. Bei einem ordentlichen Frühstück und sehr guten Wetterbedingungen starten wir gegen 10 Uhr.
Sonnig geht der Aufstieg bis zur Mittelstation „Štart” auf 1177 Metern – der Name stammt noch aus der Zeit, als hier einst Schlitten- und Bobbahnen zum Grandhotel Praha ihren Ausgangspunkt hatten.




Von dort geht es weiter zur Station Skalnaté pleso (Steinbachsee) auf 1751 Metern, zum Glück nun unter bedecktem Himmel, denn einige von uns sind ordentlich durchgeschwitzt.




Der gleichnamige kleine Bergsee liegt eingebettet zwischen schroffen Gipfeln und ist von einem kurzen Rundweg umgeben; direkt daneben steht das markante, kuppelförmige Gebäude einer astronomischen Sternwarte, das aus der Ferne fast wie eine Filmkulisse wirkt. Wir legen eine größere Verschnaufpause ein und wechseln in ein trockenes T-Shirt aus der Slowakei.


Mit bereits 700 geschafften Höhenmetern liegt das Ziel leider noch 300 Höhenmeter entfernt. Es bleibt bewölkt und geht zunehmend in Nebel über, während wir über hochalpine Schutthalden und Schotterfelder wandern. Der Weg besteht hier größtenteils aus grobem, losem Gestein ohne durchgehenden Pfad, sodass man von Stein zu Stein steigt und auf jeden Schritt achten muss. Rechts und links ragen schroffe, vegetationslose Felswände auf, nur vereinzelt wächst noch genügsame Latschenkiefer zwischen den Steinen – eine karge, urtümliche Hochgebirgslandschaft, die durch den Nebel noch bedrohlicher wirkt.






Wir treffen Brandenburger mit großen Objektiven, die in Turnschuhen wandern, und Schleswig-Holsteiner, nachdem Lotta zur Begrüßung „Moin moin” gerufen hatte. Bären oder Luchse, die hier durchaus heimisch sind, begegnen uns zum Glück nicht – nur ein paar Gämsen lassen sich blicken. Sicherheitshalber hatten wir trotzdem unsere Bärenglocken dabei.
Oben auf dem Gipfel der Veľká Svišťovka (2037 m) haben wir einen herrlichen Blick und treffen zwei nette Polen, die erzählen, dass die polnische Seite der Hohen Tatra deutlich überlaufener sei. Der Gipfel liegt im Angesicht des mächtigen Lomnitzer Spitze, 2.634 m (Lomnický štít) mit seinen drei Kämmen und den beiden markanten Nebengipfeln Kesmarker Spitze, 2.558 m (Kežmarský štít) und Hunsdorfer Spitze, 2.352 m (Huncovský štít).




Paula ist bestens in Form und ist uns immer gute 20 m voraus und leitet uns den Weg.
Der Abstieg wird nicht weniger aufregend, aber immerhin nicht mehr so schweißtreibend – auch weil es kurz vor dem Grünen See (Chata pri Zelenom plese) etwas nieselt. Der Weg zum Grünen See verläuft über die schattige Nordseite. Dieser Abschnitt ist sehr steil, überwindet fast 500 Höhenmeter und erfordert an einigen mit Ketten gesicherten Stellen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Der Grüne See selbst liegt in einem wasserreichen, kesselartigen Talschluss und gilt als einer der schönsten und ursprünglichsten der Hohen Tatra – umgeben von steilen Felswänden, die sich im smaragdgrünen Wasser spiegeln, wirkt die Szenerie fast wie ein Gemälde.



Auf der Hütte gönnen wir uns 2x 1,5-Liter-Wasserflaschen zum Mitnehmen und zwei Dosen-Radler für schlappe 15 Euro. Ab da wird der Rückweg sehr unspektakulär, obwohl der Blick auf die Berge schön bleibt – er zieht sich aber unendlich hin.




Gegen 20 Uhr kommen wir am Wohnmobil an, wo Lotta ihre leckere Sahnesoße für unsere Spätzle kocht. Müde und mit lahmen Füßen schlafen wir schnell ein.


